Wenn die Spülmaschine das Wasser nicht mehr abpumpt oder es unangenehm riecht, steckt oft eine kleine Verstopfung im Ablaufweg dahinter. Mit ein paar systematischen Handgriffen können Sie Filter, Pumpenbereich und Anschluss am Siphon reinigen – und erkennen, wann eine professionelle Abflussreinigung sinnvoll ist.

Warum das Abpumpen scheitert: typische Engstellen im Ablauf

Bei den meisten Geräten entsteht das Problem nicht „im Abfluss“ als einem einzigen Punkt, sondern entlang einer kleinen Kette: Grobsieb und Feinsieb halten Speisereste zurück, im Pumpensumpf sammelt sich Schmutz, der Ablaufschlauch transportiert das Wasser zum Siphon, und am Küchenabfluss kann sich Fett oder Kalk ablagern. Schon ein Teelöffel Reis, ein Etikett von einem Glas oder ein Zahnstocher kann am falschen Ort reichen, damit die Pumpe zwar läuft, aber kaum Wasser bewegt.

Wichtig ist deshalb ein Vorgehen in sinnvoller Reihenfolge: erst dort reinigen, wo es am wahrscheinlichsten und am einfachsten ist (Siebe), dann den Pumpenbereich prüfen, anschließend Schlauch und Siphon-Anschluss kontrollieren. So vermeiden Sie unnötiges Zerlegen und finden die Ursache meist schneller.

Schritt-für-Schritt: Ablaufweg reinigen, ohne zu raten

  1. Sicherheit zuerst: Gerät ausschalten, Stecker ziehen und Wasserzulauf schließen. Legen Sie ein Handtuch bereit, da beim Öffnen von Sieb oder Schlauch Restwasser austreten kann.
  2. Siebpaket entnehmen und gründlich reinigen: Nehmen Sie Grob- und Feinsieb heraus, spülen Sie beides mit heißem Wasser ab und bürsten Sie die Maschen. Achten Sie auf Fettfilm (rutschig), der sich in den Sieben festsetzen kann. Einweichen in heißem Wasser hilft oft mehr als aggressives Schrubben.
  3. Pumpensumpf prüfen: Entfernen Sie stehendes Wasser im Bodenbereich (z. B. mit einem Becher). Kontrollieren Sie den Pumpensumpf auf Fremdkörper. Falls zugänglich: prüfen Sie vorsichtig, ob sich das Flügelrad frei bewegen lässt. Blockaden sind häufig kleine harte Teile (Glassplitter, Obstkerne, Etikettenreste).
  4. Dichtung und Sitz reinigen: Wischen Sie den Siebsitz und die umliegenden Dichtflächen ab. Schon feine Ablagerungen können dazu führen, dass Schmutz am Sieb vorbei in Richtung Pumpe wandert.
  5. Ablaufschlauch kontrollieren: Prüfen Sie, ob der Schlauch geknickt, gequetscht oder hinter dem Gerät eingeklemmt ist. Ein Knick wirkt wie eine Teilverstopfung. Wenn Sie den Schlauch lösen (nur wenn Sie sich sicher fühlen): halten Sie eine Schüssel bereit und spülen Sie ihn mit warmem Wasser durch.
  6. Siphon-Anschluss und Küchenabfluss checken: Oft sitzt die Blockade nicht im Gerät, sondern am Anschlussstück am Siphon (Schlauchstutzen) oder im Siphon selbst. Wenn dort Fett und Spülmittelreste zusammenkommen, entsteht eine zähe Schicht. Reinigen Sie den Anschluss und spülen Sie den Siphon durch. Wenn der Küchenspülenabfluss generell langsam läuft, lohnt sich eine gezielte Abflussreinigung in der Küche.
  7. Testlauf mit kurzer Spül-/Abpump-Phase: Setzen Sie Siebe korrekt ein, stellen Sie sicher, dass alles dicht sitzt, und starten Sie einen kurzen Programmschritt. Achten Sie darauf, ob das Wasser zügig abgepumpt wird und ob am Siphon alles trocken bleibt.

Hinweis: Chemische Rohrreiniger sind für den Geräteablauf meist keine gute Idee. Sie können Dichtungen angreifen, wirken in stehenden Restwassermengen unzuverlässig und helfen nicht bei festen Fremdkörpern. Wenn Sie den Eindruck haben, dass die Blockade „tiefer“ in der Leitung sitzt, ist eine professionelle Rohrreinigung häufig die sauberere und schnellere Lösung.

Experten-Q&A

Woran erkenne ich, ob das Problem im Gerät oder im Siphon sitzt?

Wenn die Spülmaschine nach der Reinigung der Siebe weiterhin schlecht abpumpt und die Küchenspüle gleichzeitig langsam abläuft oder gluckert, liegt die Ursache häufig am Siphon oder an der Abflussleitung. Läuft die Spüle normal, ist die Blockade eher im Gerät (Filter/Pumpenbereich) oder im Ablaufschlauch.

Darf ich das Flügelrad der Pumpe anfassen?

Nur vorsichtig und nur, wenn der Strom getrennt ist. Ziel ist nicht, „Kraft anzuwenden“, sondern zu prüfen, ob ein Fremdkörper blockiert. Wenn etwas klemmt oder Sie nicht gut herankommen, brechen Sie ab und lassen Sie es prüfen.

Warum riecht es trotz sauberer Siebe noch unangenehm?

Gerüche entstehen oft durch Biofilm in schlecht gespülten Ecken: Schlauch, Siphon-Anschluss, Dichtlippen oder ein Bereich mit stehendem Restwasser. Reinigen Sie Dichtungen und Anschlussstellen, und lassen Sie gelegentlich ein heißes Programm laufen, damit Fettablagerungen gelöst werden.

Wie oft sollte ich Siebe und Pumpenbereich reinigen?

Als Faustwert: Siebe kurz ausspülen, sobald grobe Reste sichtbar sind, und mindestens alle 1–2 Wochen bei regelmäßiger Nutzung. Den Pumpensumpf sollten Sie bei ersten Anzeichen (Wasser steht, Leistung sinkt, Geruch) kontrollieren.

Wann sollte ich einen Fachbetrieb für Abflussreinigung rufen?

Wenn Wasser in der Maschine stehen bleibt, obwohl Siebe und Pumpenbereich sauber sind, wenn der Küchenabfluss insgesamt träge ist oder wenn wiederkehrende Verstopfungen auftreten. Ein Sanitärservice kann die Leitung fachgerecht prüfen und die Verengung dauerhaft entfernen, statt nur Symptome zu behandeln.

Fallnotizen

  • Problem: Wasser steht nach Programmende im Bodenbereich. Lösung: Siebpaket und Pumpensumpf gereinigt, Fremdkörper entfernt. Ergebnis: Abpumpen wieder normal, keine Fehlermeldung.
  • Problem: Spülmaschine pumpt hörbar, aber es kommt kaum Wasser am Siphon an. Lösung: Ablaufschlauch hinter dem Gerät entknickt und korrekt verlegt. Ergebnis: Durchfluss stabil, kein Rückstau mehr.
  • Problem: Wiederkehrender Geruch, besonders nach Standzeit. Lösung: Dichtlippen gereinigt, Siphon-Anschluss demontiert und Fettfilm entfernt. Ergebnis: Deutlich weniger Geruch, sauberes Ablaufwasser.
  • Problem: Spüle läuft langsam ab, Spülmaschine bricht Abpumpen ab. Lösung: Abflussleitung fachgerecht gereinigt (Küchenleitung). Ergebnis: Spüle und Gerät laufen wieder zuverlässig, keine Rückstau-Symptome.

Faustregeln

  • Reinigen Sie zuerst die Siebe, bevor Sie am Schlauch oder Siphon arbeiten.
  • Entfernen Sie grobe Speisereste vom Geschirr, damit weniger im Filter landet.
  • Vermeiden Sie Knicke im Ablaufschlauch; eine saubere Schlauchführung ist oft die halbe Lösung.
  • Wenn die Spüle langsam abläuft, behandeln Sie das als Hinweis auf ein Leitungsproblem, nicht nur als Geräteproblem.
  • Chemische Reiniger sind kein Ersatz für mechanische Reinigung und helfen nicht bei Fremdkörpern.
  • Gerüche entstehen häufig durch Biofilm: Dichtungen, Anschlussstellen und warme Programme nicht vergessen.
  • Bei wiederkehrenden Verstopfungen lohnt sich eine professionelle Rohrreinigung, bevor Folgeschäden entstehen.

Kurzfazit

Wenn die Spülmaschine nicht mehr richtig abpumpt, liegt die Ursache meist in Sieben, Pumpenbereich, Schlauchführung oder am Siphon-Anschluss. Mit einer strukturierten Reinigung beheben Sie viele Fälle selbst. Zeigen sich jedoch Rückstau in der Küchenleitung oder wiederkehrende Probleme, ist eine fachgerechte Abflussreinigung oft der schnellste Weg zu dauerhaft freiem Durchfluss.